Home
Über mich
Altmeisterliche Malerei
Personen
Stillleben
Landschaft
Sonstiges
Design
Kontakt
Interessante Links
Impressum


Da gibt es heute nun Farben in unzähligen Varianten, tolle Bindemittel und Malgründe, aber die Gemälde sehen im Vergleich zu den alten Meistern nicht unbedingt besser aus.


"Die" Altmeisterliche Malerei gibt es dabei eigentlich gar nicht, denn die Maltechnik hat sich im Lauf der Jahrhunderte von der Temperamalerei über die Mischtechnik zur Ölmalerei entwickelt, und die Maler sind auf vielen Wegen zum Ziel gekommen.
Die einzelnenTechniken zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen, und bei Interesse möchte ich das Buch von Max Doerner "Malmittel u. Ihre Verwendung im Bilde" empfehlen.


Ich verwende - soweit möglich - die Maltechnik der Holländischen und Flämischen Meister des 17. und 18. Jahrhunderts, die ich hier in groben Zügen beschreiben möchte.


Zum größten Teil entstehen die Bilder auf Leinwand (Flachs), die ich selbst aufspanne u. grundiere.
Der Malgrund wird mit Hasenleim vorgeleimt und mit 3 Schichten Gipsgrund versehen und leicht angeschliffen.
Die darauf aufgebrachte Vorzeichnung wird mit verdünntem Dammarfirnis gesperrt.
Darauf folgen 1-3 Schichten Imprimitur, bei der ich die Farbpigmente mit Kaseinemulsion anrühre.                              Nun erfolgt die erste Weißhöhung in Tempera und eine weitere mit Titanweißpigment (in Ermangelung von Bleiweiß) mit Dammar/Leinöl/Terpentin-Lösung angerieben.                         Die Schatten werden mit Goldocker angelegt und nach dem Trocknen wird das Gemälde mit den Lokalfarben leicht eingefärbt.
Dann erfolgt eine schichtweise Lasurmalerei, bei der die Farbpigmente mit Leinöl/Harzlösung angerieben werden. Bei kleineren Flächen verwende ich auch Tubenfarben, um den Aufwand in Grenzen zu halten.
Zum Schluß setze ich die Lichter, dunkle die Schattenstellen mit an der Sonne eingedicktem Leinöl u. Elfenbeinschwarz oder Umbra ab und male die Details prima.
Das Bild wird sozusagen langsam schichtweise entwickelt, und ich benötige für ein 50x70 cm-Gemälde 2 bis 3 Monate, da die Trockenzeiten eingehalten werden müssen.

Bei meiner Malerei versuche ich - soweit möglich - auf Farben zurückzugreifen, die im 17. und 18. Jahrhundert verwendet wurden.
Was bei den Malmitteln ohne Probleme möglich ist, erfordert bei den Farben viele Kompromisse.
So stehen viele alte Pigmente auf der Giftliste, sind unbezahlbar (z.B. echtes Ultramarin) oder können schlicht nicht mehr hergestellt werden, da zum Beispiel indischgelb aus dem Urin Indischer Kühe hergestellt wurde und das Verfahren keiner mehr beherrscht, oder z. B. bei veroneser grüner Erde die Lagerstätte mit dem besten Pigment einem Erdrutsch zum Opfer gefallen ist.
Außerdem sind heutige Pigmente feiner gemahlen und haben teilweise andere Eigenschaften.
Bei der Firma "Kremer Pigmente Aichstetten" gibt es eine recht gute Auswahl an historischen Pigmenten. Der Maler selbst hat es in der Hand, mit einer kleinen Palette auszukommen.